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Arzneimitteltherapiesicherheit -
gemeinsam mehr erreichen

Mehr Arzneimittelsicherheit
gelingt nur gemeinsam

Die rüstige 72-jährige Hannelore A. will ihre Enkelkinder besuchen und macht sich mit dem Zug auf den langen Weg von München nach Hamburg. Geschenke für die Liebsten hat sie dabei, ebenso die Medikamente, die Sie täglich einnehmen muss. In Hamburg angekommen, bekommt sie plötzlich Atemnot und ihr wird schwindelig. Aufmerksame Mitreisende rufen den Notarzt, schnell wird sie in das nächstgelegene Krankenhaus eingeliefert, wo neben einer Lungenembolie auch noch eine tiefe Beinvenenthrombose festgestellt wird. Die Embolie wird mit Heparin behandelt, danach erhält Frau A. vorbeugend den Gerinnungshemmer Edoxaban. Was jedoch keiner der behandelnden Ärzte weiß: Seit einem leichten Schlaganfall vor fünf Jahren nimmt Frau A. täglich 100 mg Acetylsalicylsäure (ASS), und sobald sie entlassen wird, beginnt sie erneut mit der Einnahme dieses Gerinnungshemmers. Noch in derselben Nacht wird Frau A. mit schweren Magenschmerzen und blutigem Erbrechen in die Notaufnahme eingeliefert.

Zum Glück handelt es sich bei der Geschichte von Hannelore A. um einen fiktiven Fall, doch so viel Glück hat nicht jede/r. Denn so oder so ähnlich hätte er sich fast überall in Deutschland ereignen können: Schätzungen zufolge kommt es jedes Jahr zu etwa 250.000 Krankenhauseinweisungen aufgrund von vermeidbaren Medikationsfehlern, zwischen 16.000 und 25.000 Menschen pro Jahr versterben aufgrund der Neben- und Wechselwirkungen von Medikamenten.1

 

veröffentlicht am: 08.04.2019

geschrieben von: Annukka Aho-Ritter und Corinna Ilts

Arzneimitteltherapiesicherheit:
gemeinsam den Umgang mit Arzneimitteln sicherer machen

Um Neben- und Wechselwirkungen von Medikamenten zu vermeiden und die Sicherheit der Arzneimitteltherapie zu erhöhen, müssen alle am Medikationsprozess Beteiligten zusammenarbeiten. Es gibt zwar bereits einige Konzepte, wie sich die Arzneimitteltherapiesicherheit verbessern lässt, doch viele Maßnahmen richten sich nach wie vor nur an Ärzte oder Apotheker. CareLutions schließt diese Lücke und bringt Ärzte, Apotheker, Versicherer und Patienten zusammen.

Zusammenarbeit bei der Arzneimitteltherapiesicherheit:
Wunsch oder schon Wirklichkeit?

Um Fälle wie den von Hannelore A. zu vermeiden, erarbeitet das Bundesgesundheitsministerium bereits seit 2007 in regelmäßigen Abständen neue Aktionspläne zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit. Einer der Erfolge der bisherigen Aktionspläne ist die Einführung des bundeseinheitlichen Medikationsplans (BMP). In diesem hält der zuständige Arzt (in der Regel der Hausarzt) fest, welche Medikamente in welcher Wirkstärke und Darreichungsform wann und wie oft eingenommen werden müssen. Hätte Frau A. einen solchen Plan dabeigehabt, wäre die doppelte Gerinnungshemmer-Verordnung wahrscheinlich rechtzeitig aufgefallen.

Doch auch unabhängig vom BMP gibt es Bemühungen, den Medikationsprozess zu optimieren und so Medikationsfehler zu verringern. Um Menschen vor vermeidbaren Risiken der Arzneimitteltherapie zu schützen, ist es wichtig, dass alle Beteiligten gemeinsam daran mitwirken: Ärzte, Apotheker, Pflegekräfte und natürlich auch die Patientinnen und Patienten selbst.

Schaut man sich jedoch an, welche konkreten Konzepte z. B. auf dem „Deutschen Kongress für Patientensicherheit bei medikamentöser Therapie“ 2018 in Berlin vorgestellt wurden, so fällt auf, dass derzeit bei den meisten Maßnahmen die Apotheker oder Ärzte im Fokus stehen. Beispielsweise werden zusätzlich zu bestehenden Angeboten wie einer speziellen sogenannten ATHINA-Fortbildung (ArzneimittelTherapiesicherheit In Apotheken) für Apotheker auch viele neue Schulungen zum Thema AMTS und Handlungsempfehlungen für Arzneimittel mit erhöhten Anwendungsrisiken entwickelt. Auch Info-Apps oder digitales Therapiemonitoring können bereits jetzt zu mehr Sicherheit beitragen und ihre Bedeutung könnte in Zukunft noch weiter zunehmen.

Innovative AMTS-Lösungen gesucht

Erste lokale Pilotprojekte versuchen immerhin bereits, Angebote für mehr als nur eine Zielgruppe zu entwickeln und einen interdisziplinären Weg zu gehen, um die Zusammenarbeit zwischen allen an der Arzneimitteltherapie Beteiligten zu verbessern. Meist beschränken sich diese Angebote jedoch noch auf spezielle Patientengruppen wie Altenheimbewohner, wie es beispielsweise bei InTherAKT der Fall ist. Bei diesem Münsteraner Projekt konnte durch eine gemeinsame Online-Plattform die Arzneimittelversorgung von Altenheimbewohnern durch Ärzte, Apotheker und Pflegende gemeinsam überprüft und optimiert werden. Medikationsprobleme ließen sich so erfolgreich aufspüren und beheben, die Häufigkeit und Schwere von Nebenwirkungen wurden verringert und das Befinden der Teilnehmer verbesserte sich spürbar.

Auch Patienten aktiv mit einzubeziehen verbessert die AMTS

Im Gegensatz zu den anderen Akteuren in der Arzneimitteltherapiesicherheit sind für Patienten derzeit nur wenige innovativen Konzepte in Sicht, und auch der aktuelle AMTS-Aktionsplan des Bundesgesundheitsministeriums sieht lediglich drei neue Merkblätter vor. Dies ist umso verwunderlicher, da im Sinne des Shared Decision Making (SDM), also der partizipativen Entscheidungsfindung, der Patient gleichberechtigt und gemeinsam mit dem Arzt Entscheidungen treffen und aktiv an seiner Behandlung mitwirken soll. Dass es sich auszahlt, Patienten durch SDM als vollwertige Partner in die Therapie mit einzubeziehen, konnte bereits in zahlreichen Studien wissenschaftlich belegt werden: So lässt sich einer Metaanalyse zufolge mittels SDM die Therapietreue verbessern und Komplikationen treten seltener auf.2 Wir von CareLutions stellen daher den Patienten in den Mittelpunkt, binden aber gleichzeitig Ärzte, Apotheker und Krankenkassen mit ein. Denn wir glauben, dass sich mehr Sicherheit im Umgang mit Arzneimitteln nur durch die Zusammenarbeit aller Beteiligten verwirklichen lässt.

1.   ABDA: Faktenblatt Polymedikation (Stand 23.10.2018)
² M Fischer et al.; J Gen Intern.Med, 25 (4): 284-90, 2010  

2.   Zolnierek KB, Dimatteo MR.: Physician communication and patient adherence to treatment:
a meta-analysis. Med Care 2009: 47(8): 826-34.

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Corinna Ilts (PTA), Dr. Friederike von Heusinger (Fachapothekerin für Arzneimittelinformation) und Andreea Bolof (PTA)

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veröffentlicht am: 08.04.2019

geschrieben von: Annukka Aho-Ritter und Corinna Ilts