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Anwesend statt bei der Sache – Präsentismus kostet Arbeitgeber Milliarden

Präsentismus kostet Arbeitgeber Milliarden

Schlechtes Gewissen, Solidarität oder Pflichtbewusstsein. Wenn Mitarbeiter sich krank zur Arbeit schleppen, kostet das die Wirtschaft Milliarden. Dabei wird das Phänomen Präsentismus von Arbeitgebern häufig zu wenig beachtet oder schlicht ignoriert. Welche Folgen das für die Unternehmensstruktur und Produktivität hat, und wie Arbeitgeber damit umgehen können, zeigen mehrere Studien.


Präsentismus und die wirtschaftlichen Folgen

1955 erstmals in den USA wissenschaftlich erwähnt,1 meint Präsentismus, dass Mitarbeiter selbst dann zur Arbeit kommen, obwohl sie sich zu krank und eigentlich nicht in der Lage fühlen, ihren Aufgaben nachzugehen. In einer Umfrage des Deutschen Gewerkschaftsbundes DGB wurden im vergangenen Jahr 4.800 abhängig Beschäftigte befragt. Dort gaben 67 Prozent der befragten Arbeitnehmer an, mindestens einmal im Jahr krank gearbeitet zu haben.2 Obwohl sie nicht voll leistungsfähig sind, sind diese Mitarbeiter anwesend - und unproduktiv. Durch die gesundheitlichen Einschränkungen steigen durch Konzentrationsschwäche und Ablenkung die Risiken für Arbeitsunfälle und Fehler bei der Arbeit signifikant an. Wer krank zur Arbeit kommt, verdoppelt zudem das Risiko einer schweren Herz-Kreislauf-Erkrankung.3 Darüber hinaus gefährdet er nicht nur sich selbst, sondern auch die Kollegen und Vorgesetzten durch Ansteckungsgefahr und Unaufmerksamkeit. Wer dennoch denkt, es sei besser, wenigstens anwesend zu sein, als überhaupt nicht zu arbeiten, der wird bei einem Blick auf die Zahlen schnell eines Besseren belehrt. Während Abwesenheit eines Mitarbeiters durch Krankheit mit 1.199 € im Jahr zu Buche schlagen, kostet ein anwesender Mitarbeiter, der nicht produktiv arbeiten kann, den Arbeitgeber 2.399 €.4 Damit entsteht ein jährlicher Gesamtschaden von 129 Mrd.€ alleine in Deutschland.5 Angesichts dieser alarmierenden Zahlen ist es nicht verwunderlich, dass mehr und mehr Unternehmen auf ein betriebliches Gesundheitsmanagement setzen, um die Gesundheit und Produktivität ihrer Mitarbeiter zu erhöhen und Präsentismus zu vermeiden.

BGM gegen Präsentismus

Ein gut aufgestelltes, digital unterstütztes berufliches Gesundheitsmanagement kann einen erheblichen Beitrag zur Behebung von Präsentismus leisten. Für Unternehmer zahlt sich dies bar aus: die Produktivität der Mitarbeiter steigt. Angestellte profitieren ebenso: sich mit gutem Gewissen daheim auskurieren zu können erhöht die Arbeitnehmerzufriedenheit und ermöglicht nach Genesung mit voller Energie an den Arbeitsplatz zurückkehren zu können.

(Digitales) BGM als Lösung?

In Zeiten zunehmender Digitalisierung und individueller Gesundheitstrends sind die Möglichkeiten besonders vielfältig, wenn es um die Einführung eines BGM geht. Häufig ist der Nutzen von BGM dann besonders hoch, wenn Programme verschiedene Maßnahmen berücksichtigen. Sie sollten die Betroffenen auch darin unterstützen, ihr Verhalten dauerhaft zu verändern oder ein gesundheitsförderndes Umfeld zu schaffen. Besonders deutlich wird dies bei der Stressprävention, aber auch bei Programmen der Bewegungsförderung, der Schlafverbesserung und Gewichtsreduktion. Moderne Devices und Apps helfen den Mitarbeitern, ihren Gesundheitszustand selbst zu überprüfen und ihn zu verbessern. Ein telefonisches Coaching durch medizinisches und therapeutisches Fachpersonal kann die Effektivität und die Motivation der Mitarbeiter deutlich erhöhen, wie Untersuchungen eindrucksvoll belegen.6 Fehlzeiten konnten bis zu 27% gesenkt werden, die Fähigkeit zum Umgang mit arbeitsbedingtem Stress stieg um 44% und die Arbeitsleistung verbesserte sich im Schnitt um rund ein Drittel.7 Digitales BGM ist für Unternehmen ein kostengünstiges und effektives Instrument, um die Gesundheit ihrer Mitarbeiter zu fördern und zu erhalten und so Wettbewerbsvorteile weiter ausbauen zu können. Gepaart mit Vor-Ort Veranstaltungen und Face to Face Coachings ergeben sich Lösungsansätze, von denen alle profitieren.

1 Auren, U. (1955) How to Build Presenteeism. Petroleum Refiner,34, Seite 348 - 349
2 http://index-gute-arbeit.dgb.de/++co++b124ac3a-eb5c-11e5-9482-52540023ef1a
3 Kivimaki, M., Head, J., Ferrie, J. E., Hemingway, H., Shipley, M.J., Vahtera, J. & Marmot, M.G. (2005), ´Working while ill as a risk factor for serious coronary events: the Whitehall II study, Am J Public Health, 95, 98-102
4 Studie im Auftrag der Felix Burda Stiftung: Vorteil Vorsorge. Die Rolle betrieblichen Gesundheitsvorsorge für die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland.
5 ebd.
6  Masi, Dale and Jacobson, Jodi M. “Outcome Measurements of an Integrated Employees Assistance and Work-Life Program”, Research on Social Work Practice, July, 2003
7  ebd.