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Betreuung von Herzschwäche-Patienten als Herzensangelegenheit

Herzinsuffizienz mit Telemonitoring und telefonischer Patientenbetreuung behandeln1

Herzinsuffizienz zählt mittlerweile zu den häufigsten Diagnosen im stationären Bereich. 2015 lag die Zahl bereits bei 444.632 Patienten -  2,7 % mehr als im Vorjahr.2 Trotz steigender Anzahl betroffener Patienten, sinkt die Mortalität. Grund sind fortschreitende medikamentöse und leitlinienbasierte Therapiemöglichkeiten.

In vielen Studien konnte bereits nachgewiesen werden, dass Case Management mit Face-to-Face Kontakt die Lebensqualität von chronischen Herzinsuffizienzpatienten erhöht.3 4 Aus gesundheitlichen Gründen oder durch eingeschränkte Mobilität haben jedoch nicht alle Patienten die Möglichkeit an Programmen aus dem Bereich Managed Care vor Ort teilzunehmen. Sowohl Telemonitoring, das den Fokus auf die Aufzeichnung und die Kontrolle der Vitalparameter legt, als auch eine telefonische Patientenbetreuung können Patienten den Zugang zu diesen Therapiemöglichkeiten gewähren.

In der folgenden, zusammengefassten Metastudie aus dem Jahr 2011 werden die Möglichkeiten von Telemonitoring und telefonischer Patientenbetreuung im Vergleich zur konventionellen Therapie dargestellt.


Benefits von Telemonitoring und telefonischer Patientenbetreuung

Herzinsuffizienz ist ein weit verbreitetes Phänomen. Eine Metaanylse zeigt, dass sich die Mortalität von Herzinsuffizienzpatienten um 34% reduzieren ließ. Die Krankenhausverweildauer konnte um 21% gesenkt werden, während Behandlungskosten im zweistelligen Prozentbereich gesenkt werden konnten.

Methoden zur Evaluierung von Telemonitoring und telefonischer Patientenbetreuung

Anhand einer selektiven Recherche über elektronische Datenbanken und Suchmaschinen wurden insgesamt dreißig randomisierte, kontrollierte Studien von 1999 bis 2009 untersucht. Sechzehn Studien betrachteten telefonische Patientenbetreuung und zwölf Telemonitoring. In den ausgewählten Studien wurden die Parameter Mortalität, Krankenhausaufenthalt, Krankenhausverweildauer sowie Kosten und Lebensqualität der konventionellen Therapie gegenübergestellt.

Studienergebnisse

Telemonitoring reduzierte die Gesamtmortalität bei Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz um 34%. Ein vergleichbarer Trend wurde auch bei der telefonischen Patientenbetreuung festgestellt. Die Krankenhausverweildauer kann sowohl bei Telemonitoring als auch bei telefonischer Patientenbetreuung um ca. 21% reduziert werden. Elf Studien untersuchten den Effekt auf die Krankenhauskosten; davon wiesen drei eine Kostenreduktion auf.  Die Compliance als auch die Akzeptanz nahm bei telefonischer Patientenbetreuung (65,8%) sowie bei Telemonitoring (75 -98,4%) zu. Patienten berichteten außerdem von gesteigerter Lebensqualität und Selbstfürsorge. Zwei Studien stellten fest, dass 97% der meist über 70-Jährigen die Technologie problemlos in ihren Alltag adaptieren konnten.

Fazit und Ausschau

Die frühzeitige Identifikation von Komplikationen oder Veränderungen in den behandelten Patientengruppen führte zu einer positiven Wirkung auf das Wohlbefinden und die Compliance der Patienten. Diese fühlten sich gut betreut und informiert. Telemonitoring und telefonische Patientenbetreuung stellen eine direkte Intervention zum Wohl der Patienten dar.
Kritisch ist anzuführen, dass es an Evidenz mangelt, welcher zeitliche Rahmen für eine telefonische Patientenbetreuung und eine Telemonitoringintervention empfohlen werden sollte. Klinischen Ausgaben könnten in Zukunft durch das Konzept des Selbst- und Fernmanagements reduziert und personellen Engpässen entgegengetreten werden.

1 Dieser Artikel und alle nicht referenzierten Daten basieren auf der Veröffentlichung Sally C. Inglis 1, Robyn A. Clark, Finlay A. McAlister, Simon Stewart, and John G.F. Cleland (2011), Which components of heart failure programmes are effective? A systematic review and metaanalysis of the outcomes of structured telephone support or telemonitoring as the primary component of chronic heart failure management in 8323 patients: Abridged Cochrane Review, European Journal of Heart Failure (2011) 13, 1028–1040
2 Pressetext DGK 01/2017: Herzinsuffizienz: Immer mehr Betroffene –bessere Therapien senken die Sterblichkeit.
3 Gonseth J, Guallar-Castillon P, Banegas JR, Rodriguez-Artalejo F. The effectiveness of disease management programmes in reducing hospital re-admission in older patients with heart failure: a systematic review and meta-analysis of published reports. Eur Heart J 2004;25:1570–1595.
4 McAlister FA, Stewart S, Ferrua S, McMurray J. Multidisciplinary strategies for the management of heart failure patients at high risk for admission—a systematic review of randomized trials. J Am Coll Cardiol 2004;44:810–819.